Ich skizziere jeden Tag, wenn es geht, und erzähle Dir in diesem Beitrag, unter welchen Umständen ich in der letzten Woche zum Skizzieren gekommen bin.
Die letzte Woche begann mit einem Tag zu Hause, weil mein Sohn krank war. Ich konnte also nicht richtig arbeiten, was immer etwas doof ist. Damit er ein bisschen frische Luft bekommt, sind wir dann kurz spazieren gegangen – was heißt kurz: es war immerhin lang genug für mich, um die Bäume am Bolzplatz zu skizzieren. Zu Hause habe ich sie dann koloriert. Insofern fing die Woche sehr gut an.

Am Mittwoch habe ich zum ersten Mal die Hütten der Pfadfinder, die sich neben dem Fußballplatz befinden, gezeichnet und gemalt. Und das hat so großen Spaß gemacht! Die Tuschezeichnung hat so viel Unterstützung beim Malen gegeben, eigentlich genau so, wie ich es immer anderen erkläre, nur habe ich es diesmal sehr deutlich selbst gespürt. Ich zeichne gerade meistens mit dem Uni Ball Eye Ocean Care in der Stärke 0,5 vor und finde das phänomenal. Ein ganz toller Stift! Die Tuscheabgabe beim Zeichnen ist unglaublich gut, so dass das Zeichnen einfach flüssig und angenehm ist.

Tags darauf faszinierten mich die Baumspitzen einer Weide vor dem hellblauen Hamburger Himmel. Ich mag die schlanken Weidenblättchen über alles und fand sie wieder einmal unglaublich poetisch. Zudem hatte ich mit so viel Schönheit bei einem schnöden Arztbesuch nicht gerechnet.

Dann folgt in meinem Skizzenbuch eine Serie von Farbproben, einem „richtigen“ Aquarell und einem Farbkreis. Das alles hängt zusammen mit dem aktuellen Tutorial für den Naturliebeclub, einer Wiesenmischung von Kalifornischem Mohn mit Kornblumen.


Am Samstag war ich mit meiner Freundin im Museum der Natur in Hamburg, was ein super schönes Museum ist! Sie war begeistert vom Erdferkel, ich fand das Schuppentier besonders schön. Gestaunt haben wir aber auch über viele andere Tiere. Vor allem die Größe von Tieren hat uns überrascht. Ich hätte beispielsweise nicht gedacht, dass ein Kolkrabe mehr als doppelt so groß ist wie eine Rabenkrähe oder dass Basstölpel solch riesige Brocken sind. Ich könnte von noch viel mehr Überraschungen erzählen, aber Du gehst am besten selbst hin, wenn Du kannst.

Dann war die Woche auch schon zu Ende und es war Mittsommer. An dem Tag habe ich mehrere Dinge gesehen und gezeichnet: die Kokons der Marienkäferlarven, von denen es für meinen Geschmack gerade viel zu viele bei mir im Garten gibt (ich fürchte mich ein wenig vor ihnen) und eine neue Galle, die ich noch nicht kannte und die an Ulmenblättern wächst. Gegen Abend habe ich einen Kranz aus Ackerwinden skizziert.

Zeichnen und Aquarellieren waren in dieser Woche größtenteils zwei verschiedene Schritte. Das finde ich ok; ich habe mich daran gewöhnt. Wenn ich zuerst nur zeichne, weil für mehr keine Zeit ist, dann habe ich mich trotzdem schon bekannt zu dem Motiv und ihm Platz im Skizzenbuch gegeben. Das macht mich immer froh.
Wie kriegst Du das hin mit dem regelmäßigen Skizzieren, wenn Du wenig Zeit hast?
Moin, ich bin seit ein paar Jahren am Üben. Draußen ist es die Scham beobachtet zu werden. Daher mache ich, sofern es mir gut geht, sehr gern challenges mit, die mich so auch aus der Komfortzone holen. Das gilt auch für zuhause. Ich komme regelmäßig ins Tun und im Grunde weiß ist, dass mir meine Kreativität sehr gut tut. Liebe Grüße
Liebe Moni, ach das kenne ich. Dieser Gedanke „was, wenn mir einer über die Schulter schaut und dann was Doofes sagt“. Das hat mich früher manchmal dazu gebracht, an absurden Orten zu malen, weil ich mir da sicher sein konnte, dass niemand guckt. Das geht aber weg; wenn Du ein paar Mal draußen gemalt hast und dabei nichts Schlimmes passiert, was es meistens nicht tut, dann wird es einfacher, der Freude nachzugehen und sich hinzusetzen, wenn Du Lust hast.