Übungen

6. Februar 2019: Farbverlauf im Blumenblatt

Wenn man eine Blume realistisch darstellen will, dann kommt es bei der Zeichnung darauf an, das Typische der Spezies zu erfassen. Beim Schmuckkörbchen (lat. cosmea bipinnata) zum Beispiel sind die Blütenblätter länglich mit einem zerfransten Rand; außerdem gibt es einen gut sichtbaren Abstand zum nächsten Blatt. Die typischste Blütenfarbe für diese Blume ist das kühle Rotviolett, das Zentrum ist goldgelb. Zeichne diese Blume vor und übernehme auch die dünnen Blätter und die geschlossene Blüte rechts unten. Versuche dann, den geeigneten Violett-Ton für die Blüte anzumischen. Ein kühles Rot ist das A & O; Opernrosa ginge vielleicht auch, und Ultramarinblau oder Kobaltblau. Wenn du eine gute Mischung gefunden hast, dann lege dir einen kleinen Vorrat davon an. Dann kann es losgehen! Fange bei den Blütenblättern an. Male jedes Blatt einzeln und relativ nass. Stellen, die in der Vorlage sehr hell sind, kannst du auch weiß lassen. Versuche beim Malen in deinen Farbmix mal etwas mehr von deinem Rot, mal etwas mehr von dem Blau reinzunehmen und die Farbe laufen zu lassen. Wichtig: wenn ein Blütenblatt mit Farbe bedeckt ist – Finger weg und trocknen lassen! Wenn alle Blütenblätter trocken sind, kann das Gelbe in der Mitte gemalt werden, dann der Hintergrund (wobei der hier nicht wichtig ist). Um ein farbenfrohes Ergebnis zu erzielen, ist wahrscheinlich eine zweite Lasur (= Farbschicht) auf den Blütenblättern notwendig. Achte darauf, dass das Wasser für die Pinsel sauber ist und du leuchtende Farben anmischst. – Viel Spaß!

23. Januar 2019: Schnee und Schattenfarben

Wenn du ein Schneemotiv vor dir hast, dann weißt du: Alles, was weiß ist, lasse ich auf meinem Aquarellpapier unberührt, da kommt keine Farbe rauf. Aber Schnee ist nicht immer weiß. In den Schatten weist er viele Blauschattierungen auf. Außerdem reflektiert er die Farben der ihn umgebenden Gegenstände. In dem Foto unten sind nur zwei größere Stellen wirklich weiß: das Dach auf der rechten Seite und der Schneehaufen unten rechts. Alle anderen hellen Stellen sind schon hellblau. Passende Blautöne für so ein Motiv sind Kobaltblau und Ultramarinblau.
Ich werde dieses Bild in Schichten malen. Im ersten Durchgang lege ich einen intensivblauen Himmel an und werde dann zum Vordergrund hin sehr blass. Die Lichtflecken (siehe oben) spare ich aus. Dann trage ich sukzessive Blau- und Graumischungen für die Berge und Bäume auf; die hellen Stellen, die Schnee darstellen sollen, müssen bei den Bäumen dann frei gelassen werden. Aufpassen muss ich bei den Bäumen, dass sie nicht so grün werden. Mit einer dritten Schicht Blau- und Grautönen müssten dann auch die Schatten im Vordergrund farbig genug sein. Die Schattenseite des Daches muss dunkler sein als der umgebende Schnee. Zum Schluss gucke ich, wo ich noch ein paar Dunkelheiten setzen kann, da sie in einem so hellen Bild gute Kontrastpunkte sein können.

Hier ist der Link zum Bild.