The ideal process of painting | Der ideale Malprozess

I have just finished a commissioned painting and want to take this as an opportunity to talk about this particular painting process. It’s not the way I always work, mind you. For practical reasons, most of us, me included, often paint from photos. But ideally, we’d actually start outdoors with a direct sketch or painting which captures the mood of the place and really helps us understand what we like about the scene. Because this painting came into being in precisely this way, I refer to the process as the ideal painting process (in contradistinction to the everyday painting process). From beginning to finish this took roughly 12 hours.

Ich habe soeben eine Auftragsarbeit abgeschlossen und möchte dies als Gelegenheit nutzen, den gesamten Vorgang mal Schritt für Schritt zu beschreiben. Ich arbeite nicht immer so, wie ich es hier darstelle, das sei gleich vorausgeschickt. Aus praktischen Gründen male ich oft wie viele andere von Fotovorlagen. Idealer Weise liegt der Keim für ein Bild jedoch in der direkten Beobachtung und der daraus folgenden Skizze, denn so kann die Malerin die Lichtstimmung einfangen und sich gleich darüber klar werden, was sie an der Szene fasziniert. Weil ich in diesem Fall tatsächlich draußen, also ‚en plein air‘, angefangen habe, bezeichne ich den gesamten Prozess also als den idealen Malprozess (im Gegensatz zum alltäglichen). Von Anfang bis Ende hat das alles ca. 12 Stunden gebraucht.

  1. Field study: in pencil or watercolours, or any other medium that is convenient, in my Moleskine sketchbook
    Studie vor dem Objekt: mit Bleistift oder Aquarellfarben, oder was man am einfachsten findet, in meinem Moleskine-Skizzenbuch

 

Field-study1
21 x 16 cm.

The commission for the larger painting followed on the spot: the shop owner saw my sketch and asked for more. Der Auftrag für das größere Bild erfolgte an Ort und Stelle: der Ladeninhaber sah das Bild und wollte es gern in einem größeren Format haben.

2. Extended study from reference material and field study
Erweiterter Entwurf basierend auf Fotomaterial und der ersten Feldstudie

Allianz Kielhorn-KÖT, 2.Entwurf-s
24 x 16 cm.

I sent this study via email and over the phone we agreed on what can be left out and what should be kept in. The cyclist didn’t find much approval and I was asked to turn the girl on the left side into a man. Ich habe diesen erweiterten Entwurf per Email geschickt und am Telefon haben wir dann drüber gesprochen, was im Bild bleiben soll und was in der größeren Fassung nicht auftauchen soll. Der Fahrradfahrer wurde als irritierend empfunden und das Mädchen sollte in der Endfassung ein Mann werden.

3. True to scale drawing on the larger format – lots of calculating in this step. I used a grayscale print-out of the building for the measurements. I decided at this point not to mess with any figures in the painting at all, so now there is neither a girl, nor a man, nor a cyclist.
Maßstabsgerechte Vorzeichnung – viel Rechnen mit Dreisatz in diesem Schritt. Ich habe ein schwarz-weiß-Foto des Gebäudes für die Abmaße benutzt. Ich habe mich dann dafür entschieden, sicherheitshalber keine Figuren ins Bild zu setzen, also weder ein Mädchen, noch einen Mann und erst recht keinen Radfahrer.

Vorzeichnung
30 x 40 cm.

4. Applying watercolours layer by layer, starting with the large areas first and slowly working my way towards the details. The further away objects are the more diluted the paint needs to be. I use all my reference material at this stage.
Schicht für Schicht habe ich dann die Farben aufgetragen, angefangen bei den großen Flächen bis hin zu den Details. Mit zunehmender Distanz werden die Tonwerte heller, d.h. die Farbe ist verdünnter. In diesem Arbeitsschritt verwende ich das gesamte Material, das mir zur Verfügung steht.

In between I correct tiny mishaps before continuing with the next layer. Zwischendrin habe ich immer wieder kleine Korrekturen vorgenommen, bevor ich die nächste Schicht aufgebracht habe.

5. Applying the shadow colours across the entire painting. I wasn’t sure whether this would work – you could start with defining the shadows, too, as I did with these tulips – but I think it was the right thing to do this time.
Die Mischung für die Schatten auftragen. Ich war mir nicht sicher, dass das was wird – ich hätte die Schattenbereiche ja auch als allererstes definieren können, wie ich es bei meiner Tulpenserie gemacht habe – aber ich bin ganz zufrieden damit.

Fertiges Bild-S
Final painting, 30 x 40 cm on 450 g/m² bright white watercolour paper

6. The last and final step will be adding the writing on the signs. And signing it myself. Der allerletzte Schritt betrifft die Schriftzüge auf den Schildern am Laden. Und meine eigene Signatur, natürlich.

 

 

The ideal process of painting | Der ideale Malprozess
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