Erinnerung an Lissabon und Übertragungsmethode

Eine neue Woche – und weiter geht es mit dem Jahresrückblick!

Oranges Fahrzeug in Lissabon (Vorführbild). 23 x 31 cm, 300 g/m² Arches Feinkorn, 2019. 150 €.

2014 habe ich geheiratet, und für die Flitterwochen sind wir nach Cascais geflogen. In dieser kleinen Küstenstadt unweit von Lissabon haben wir uns vor allen Dingen erst einmal ausgeschlafen nach all dem Hochzeitsrummel. Dann haben wir frischen Fisch gegessen, sind rumgelaufen, haben noch mehr frischen Fisch gegessen, Wein getrunken, Kaffee getrunken, aufs Meer geguckt, im Meer gebadet, Kaffee getrunken…hach, es war sehr entspannend!

Zweimal waren wir auch in Lissabon. Eine tolle Stadt! Ich habe immer wieder über die bunten Kacheln an den Häusern, die azulejos, gestaunt. So viel Handwerk, so schön! Und so viel Kultur! Wir haben uns alles angeguckt. Es war super heiß und wir sind gefühlt alle Hügel der Stadt einmal hoch und wieder runter gelaufen. Mein Mann und ich waren in Schottland, wo wir uns kennengelernt haben, passionierte Bergsteiger gewesen, insofern war viel Laufen schon ok. Aber in Lissabon waren es locker 35°C im Schatten und ich hatte Sandalen an. Der Teil war also ein bisschen anstrengend.

Mitgebracht habe ich aus Lissabon jede Menge Fotos von alltäglichen Straßenszenen, von denen sich einige sogar als Vorlagenmaterial zum Malen eignen. Dieses Motiv hier habe ich mit einer Gruppe bearbeitet und bei der Gelegenheit eine Übertragungsmethode vorgestellt, d.h. eine Methode, wie man die Zeichnung aus dem Originalmotiv übernehmen kann, ohne sie selbst frei Hand anfertigen zu müssen. Bei komplexen Vorlagen wie bei diesem Motiv bietet sich das an. Man macht das mit Zeichenkohle:

  • das Motiv in gewünschter Größe für das gemalte Bild in s/w ausdrucken
  • auf die Rückseite des Blattes gleichmäßig Zeichenkohle aufbringen (beachte: danach ist das ganze Blatt schwarz)
  • das Blatt nun vorsichtig mit der schwarzen Seite zuunterst auf das Aquarellpapier legen und fixieren (z.B. mit Papierklebeband)
  • ohne die Hand abzustützen – das würde zuviel Schmiererei verursachen – mit einem Kugelschreiber die wichtigsten Konturen auf dem Ausdruck nachzeichnen (im Prinzip „durchpausen“)
  • wenn alle Konturen übertragen sind, Ausdruck abnehmen
  • alle wichtigen Konturen nun mit dem Bleistift nachzeichnen
  • vorsichtig mit frischem Weißbrot oder einem Knetradierer die Zeichenkohlestriche entfernen, aber so, dass die Bleistiftstriche stehen bleiben

…und fertig ist die komplexe Vorzeichnung!

Fandest Du das hilfreich? Oder kennst Du weitere Übertragungsmethoden, die man fürs Aquarellmalen nutzen kann? Dann hinterlasse einen Kommentar, ich würde mich freuen! Wenn Du das Bild bald bei Dir im Wohnzimmer haben möchtest, kannst Du auch einfach per Kommentar Bescheid sagen.

Erinnerung an Lissabon und Übertragungsmethode
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4 Gedanken zu „Erinnerung an Lissabon und Übertragungsmethode

  • 16. Dezember 2019 um 8:25
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    Ich nutze graphitbeschichtetes Transferpapier, das gibt es z.B. bei Gerstäcker. Wenn das Papier der Vorlage (z.B. einer Zeichnung in einem Buch) sich nicht zum Durchdrücken eignet, pause ich es vorher mit Transparentpapier durch. Dabei kann ich dann noch kleine Änderungen in der Komposition anbringen.

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    • 16. Dezember 2019 um 13:41
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      Liebe Annette, ha, das ist auch eine gute Idee! Ich werde mir mal ein paar Bögen von dem Transferpapier mitbestellen. Die Übertragungsmethode mit Kohle ist zwar solide, aber eben auch ganz schön schmutzig. Liebe Grüße nach Schwerin!

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  • 16. Dezember 2019 um 10:15
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    Ja, das mit dem Transferpapier habe ich auch oft genutzt und auf Transparentpapier quasi durchgepaust. So habe ich noch eine Sammlung alter Vorlagen. Auch mit dem Beamer kann man auch gut von der Wand abzeichnen. Auch das Fenster eignet sich als Lichttafel. Vor allem wenn größere Formate gemalt werden. Bis Din A0 bekomme ich alles auch ausgedruckt. Da muss ich nur die vielen A4 Blätter zusammenkleben. Für A3 Projekte ist dies aber ok. In letzter Zeit „zeichne“ ich mit dem Pinsel stark verdünnt direkt auf das Aquarellpapier. Für mich ist das zugleich eine schöne Übung, die sich besonders dann auszahlt, wenn man draußen vor Ort malt. Das geht auch mit komplexeren Vorlagen. Zudem ist ja nur der Bereich, der im Fokus steht wirklich wichtig, denke ich …

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    • 16. Dezember 2019 um 13:40
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      Ach Mensch, da gibt es also echt viele Möglichkeiten! Danke auf jeden Fall schon einmal für den Kommentar, Uwe! Das mit dem Fenster als Lichttafel finde ich gut, ist aber bei Aquarellpapier ein bisschen schwer, oder? Das mit dem Zeichnen mit Pinsel machst Du aber nicht als Transfertechnik, ne? Ich habe das ja schon einmal gesehen bei Dir, wie Du mit einem hellen Farbton und Pinsel vorgezeichnet hast. Finde ich auch einen guten Ansatz. Liebe Grüße, Antje.

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