Vom Baum zur Blüte

Seit Ende Januar stecke ich in einer 100-Tage-Challenge. Ich male jeden Tag einen Baum. Ab und zu habe ich schon davon berichtet. Ich habe dafür circa 20 Minuten am Tag, manchmal mehr, manchmal weniger. Oft konzentriere ich mich in dieser Zeit ungeteilt auf den Baum, manchmal gucke ich dabei fern. Wie es so passt.

Die Challenge fällt mir erstaunlicherweise super leicht. Meistens denke ich nicht so richtig drüber nach, was ich tue, weil es mir hauptsächlich um das Tun an sich geht. Ich möchte halt meinen Baum malen. Damit mir das auch leicht von der Hand geht, male ich immer genau den Baum, auf den ich Lust habe. Dann geht das auch noch spät abends, wenn ich eigentlich schon super müde bin.

Das ist alles ganz gut. Ich hatte eigentlich immer erwartet, dass ich die Wuchsform des Baumes an sich – Stamm, Äste, Krone und so – ziemlich bald langweilig finden würde. Dann würde ich zu Details übergehen. Wurzeln, Rinde, Knospen, Äste, all das würde ich dann interessanter finden als den ganzen Baum an sich. Bisher ist das so noch nicht passiert. Ich bin selbst erstaunt. Wurzeln hatte ich mir zwischenzeitlich mal als Fokus gesetzt, das war auch interessant. Davon abgesehen begeistert mich in erster Linie aber immer noch der ganze Baum an sich.

Jetzt, wo Blüten an einigen der Bäume und Sträucher sind, die ich gut kenne, verändert sich aber langsam etwas in meinem Ich-Baum-Welt-Verhältnis. Das ist spannend! Weiße Blüten an Schlehen, rosa Blüten am Zierjohannisbeerenstrauch, anmutige Magnolien, zartrosa Pflaumenblüten – sie alle wollen jetzt in mein Skizzenbuch! Hier sind drei, die es schon herein geschafft haben.

Vom Zugang her ist das eine ganz andere Liga. Statt mit kräftigen Linien arbeiten und den Hintergrund vernachlässigen zu können, brauche ich für diese hellen Blüten richtig dunkle Hintergründe. Hell auf hell erzielt nämlich keine Bildwirkung. Die meiste Zeit verbringe ich bei diesen Skizzen deswegen damit, den Hintergrund dunkel und immer dunkler zu malen. Dabei werden die Blüten heller und heller. Es ist nicht immer leicht, so sehr in die Dunkelheit zu gehen, wenn Du verstehst, was ich meine, aber es ist ein interessanter Prozess.

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