Sketchwalk in Lüneburg

The other day, I enthusiastically wrote about sketchwalking as a new method to discover subjects to paint. In my day to day life, I usually only have limited amounts of time to paint, and often not even enough for a spot of urban sketching. But even 50 minutes will be enough for a little sketchwalk. Two weeks ago I had that much time between arriving outside my little son’s daycare and picking him up, so off I went in that neighbourhood. After 200 paces I stopped and did the best I could with the chaotic view I found there – but already the next little sketch 200 paces later was much more interesting. And the very last one (three sketches in 50 minutes) was a total surprise to me! When I stopped at the spot I was convinced that there was nothing there to paint. I looked this way and that way… and then I noticed the shadow pattern on the tenement building and the grass. That was already super interesting but the cherry tree in full bloom and bathed in sunlight right before the dark wall? Amazing! I was gobsmacked – I had honestly not seen anything until I did see it (if that makes any sense), I swear!! I still had about 15 minutes till pick-up-time and so set to work as fast as I could. This time I just had to try to tint the sketch too so that I would have a few colour notes, and I started the studio watercolour the same day, hence putting as much of my initial response into it as I could. Unfortunately, I kinda ruined the shadow shape as I was working away at home – this is what happens when you stop thinking for even one moment and apply the shadow with a nice big brush! But I think it still works. I would like to try a larger painting of this, one day.

Sketchwalk Lüneburg Rotes Feld.
Frühling mit Kirschblüten, 21 x 29 cm (8.3″ x 11.4″)

Ich habe doch am Anfang der Woche so enthusiastisch über die neue Methode des Sketchwalks bzw. des Sketchwalkings geschrieben. Normalerweise habe ich immer nur wenig Zeit zum Draußenmalen, vielleicht so ein Mal in der Woche. Oft aber eben auch gar keine oder nicht mal ausreichend für ein bisschen urban sketching (mit Fineliner und ein bisschen Farbe drauf). Mit einem Sketchwalk ist das aber was Anderes, irgendwie. Neulich hatte ich gerade mal 50 Minuten Zeit zwischen Ankommen bei der Tagesmutter und tatsächlicher Abholzeit, also habe ich mein Aquarellskizzenbuch in Anschlag gebracht und bin losgelaufen in die nächste Parallelstraße. 200 Schritte später hatte ich eine merkwürdige Mischung aus Dächern, Vegetation und geparkten Autos vor mir, aber das ist ok, denn der Sketchwalk ist ja (auch) zum Gucken- und Skizzieren-Üben da, und dafür ist fast alles gut genug. Dann weiter – und zum Glück brachten mich die nächsten 200 Schritte vor einen tollen Erker, der viel architektonische Leckereien und ein tolles Licht-Schatten-Spiel bot. Diese Skizze hat schon richtig Spaß gemacht! Die dritte war dann aber echt der Bringer. Zuerst ist mir zwar gar nichts aufgefallen, als meine 200 Schritte erreicht waren. Ich stand da wie bestellt und nicht abgeholt und bemühte mich sehr, ein Motiv zu entdecken. Dann sah ich den diagonalen Schatten auf der Hauswand und dem Gras davor und dachte mir „nicht schlecht“. Und dann auf einmal fiel mir das kleine Kirschbäumchen vor dem Haus auf, dessen Blüten hellrosa vor der schattigen Wand leuchteten – und das war einfach atemberaubend schön! Ich assoziiere solche Blüten wohl mit Kitsch, deswegen hatte ich sie schlicht und einfach übersehen, aber als ich sie einmal innerhalb ihrer Umgebung erspäht hatte, da war es um mich geschehen. In den 15 Minuten bis zum Abholen habe ich diesmal auch ein bisschen Farbe raufgelegt, einfach um mehr Informationen in meiner Skizze zu haben für später. Noch am selben Tag habe ich am Abend zu Hause das etwas größere Bild angefangen, d.h. da steckt noch eine Menge von meiner ersten Reaktion auf das Kirschbäumchen drin. Leider habe ich ein bisschen zuviel Schatten aufgetragen; einmal kurz unkonzentriert und den großen Pinsel zu sehr mit Gusto geschwungen und der kleinere diagonale Schatten war nicht mehr raufzukriegen (bzw. die Farbe war nicht mehr runterzukriegen)! Naja, funktioniert auch so, aber wenn ich es noch einmal größer male, dann achte ich auf die Schattenformen ganz besonders.

Sketchwalk in Lüneburg
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3 Gedanken zu „Sketchwalk in Lüneburg

  • 29. April 2019 um 7:19
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    Die Kirschblüten sind der Hammer. Super schön als „ Masse“ dargestellt und nicht jedes einzelne Blatt.
    Die Methode bekommt dir unheimlich gut. Nicht nach dem perfekten Motiv hinterherjagen, sondern skizzieren, was das Zeug hält. Wie viel Zeit ich dabei schon verloren habe das vermeinlich perfekten Motiv zu suchen.

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    • 29. April 2019 um 9:17
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      Na ich ja auch, deswegen habe ich mich ja so gefreut über diese Entdeckung! Gut zu hören, dass es nicht nur mir so ging/ geht. Danke für das Feedback zu den Kirschblüten; das mit dem Massigen werde ich mir merken. Liebe Grüße!

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  • 30. April 2019 um 20:06
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    Wow, ich finde das Motiv und die Umsetzung wunderschön! Das Licht hast Du toll eingefangen! Beide Kirschbäume sind sehr schön, aber auch die oberen beiden Skizzen gefallen mir sehr!

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