Warum Stillleben?

Neulich sagte mal eine Freundin zu mir, dass sie manche meiner alltäglichen Motive etwas befremdlich findet. „So eine Wäscheleine zum Beispiel, das ist doch eigentlich ganz schön alltäglich. Das ist doch ein merkwürdiges Motiv.“

So hatte ich das noch gar nicht betrachtet. Ich sehe nämlich eigentlich ganz schön viele Bilder von alltäglichen Motiven, wenn ich Instagram durchforste oder das Netz. Ich hatte mich schon an solche Motive gewöhnt. Aber mal ganz ehrlich: Warum sollte man so etwas malen?

Meine Antwort: Wenn ich durch die Gegend laufe und ich sehe interessante Formen gepaart mit einem besonderen Licht-Schatten-Verhältnis, dann habe ich mein Motiv gefunden! Und wenn es Wäsche ist, dann ist es eben so. Es könnten auch Mülltonnen sein, so wie bei Carol Marine so oft.

Carol Marine, Ruby Steps. Quelle hier.

Stillleben sind ja auch so ein Genre, bei dem man sich fragen könnte: Warum? Denn meistens sind alltägliche Objekte Bestandteil des Motivs. Obst, Brot, anderes Essen, Gefäße, Flaschen – auch alles ziemlich banal, ziemlich alltäglich.

Aber es passt mit unseren Sehgewohnheiten zusammen. Wie haben alle schon x klassische Stillleben mit Weintrauben und toten Vögeln gesehen, stimmt’s? Finden wir voll normal. Und ich habe schon x Bilder mit Wäsche, Mülltonnen oder Wassertanks (z.B. bei Julie Davis) gesehen, so dass ich das auch für normale Motive halte.

Aber das Argument „es ist alltäglich, also uninteressant“ zieht bei mir sowieso nicht. Denn wenn ein Stillleben gut komponiert ist, dann können da auch drei Eier oder Schrauben oder Büroklammern liegen (die alle gleich aussehen) und es geht ab wie Nachbar’s Minka!

– Also gut, bei drei Eiern vielleicht nicht wirklich, oder jedenfalls nicht bei mir. Aber: Stillleben können begeistern, weil es bei ihnen genau um Formen und Licht und das beides in einem interessanten Verhältnis geht.

UND: Ich als Künstlerin kann an einem Stillleben stundenlang – ich wiederhole es noch einmal – stundenlang! herumschieben, bis endlich alles passt, also bis die Requisiten stimmen und die Überlappungen genau richtig sind und das Licht sowieso.

Dann mache ich noch ein paar Farbtests und dann geht’s los. So war es zumindest bei diesen beiden Bildern, die mich nun jeden Tag anstrahlen.

Zwiebeln I (Magenta, Kobaltblau, Lichter Ocker). 21 x 29 cm auf 300 g/m² Arches rau, 2019. 250 €.

‚Zwiebeln II‘ gibt es leider immer noch nicht – und die roten Zwiebeln auch nicht mehr, die haben wir jetzt gegessen. Aber was war es für eine Freude, dieses Bild zu malen!

Zwiebel und Messer (Schachnasarskaja, Kobaltblau, Lichter Ocker). 18 x 24 cm auf 200 g/m² Fabriano Feinkorn, 2019. 140 €.

Und auch dieses Bild flutschte nur so. Ich sach’s Dir, Zwiebeln haben es echt in sich! Kann man sehr gut malen 🙂

Ach so, und kaufen auch? Interesse? Dann einfach per Kommentar 😉

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