Negativmalen und Herbstleuchten

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Das Monatsthema für die Onlinemalgruppen im Oktober war ein zweifaches: es ging einerseits um die Negativtechnik, die ich konzentriert an drei Motiven üben wollte, und diese Motive wiederum sollten typische Herbstmotive sein. Wie ist es gelaufen?

Fangen wir mit dem Herbstleuchten an. Ich habe angeregt, in mehreren Schichten zu arbeiten (das passt mit dem Negativmalen am besten). Gelb ist bei Herbstbildern wunderbar in der ersten Schicht. Darüber hinaus habe ich empfohlen, in jeder Schicht reine und leuchtende Farben zu verwenden, damit die Bilder strahlen können. Im Großen und Ganzen hat das sehr gut funktioniert. Es sind wunderbar herbstliche Bilder entstanden. Viburnum, Sonnenhut und Korallenbeere waren unsere Motive gewesen.

Die Negativtechnik hat tatsächlich eine Herausforderung dargestellt. Das erforderliche Umdenken vom einfachen Setzen des Pinselstriches, um eine Form zu erzeugen hin zum „Ummalen“ einer (helleren) Fläche mit (dunklerer) Farbe und – schwupps! – ist die Form da, das war schon ein wenig schwierig. Es ist auch ein langwieriges Verfahren, bei dem einige Formen durch mehrere Farbaufträge hindurch immer wieder sorgfältig ausgespart werden müssen. Das erfordert Konzentration, und von der ist es spät am Abend (wir malen von 20-22 Uhr) manchmal weniger da ist. Die Orientierung zu behalten und zu wissen, welche Formen in welchem Arbeitsschritt ausgespart werden sollen und welche nicht, erfordert ebenfalls Konzentration. Da war die Lernkurve etwas steiler als bei anderen Themen. Beim dritten Motiv hat das dann aber bei allen Maler:innen gut funktioniert.

Das herrliche am Negativmalen ist, dass es nicht um das Setzen von Formen, sondern das Auflegen von Lasuren geht. Das ist eine Vereinfachung, finde ich. Ich gestalte jede einzelne Farbschicht gern mit mehreren Farben und freue mich, wenn ich sie ineinanderlaufen sehe. Gleichzeitig ist es schön zu sehen, wie die übereinanderliegenden Farbschichten miteinander wirken. Der Wohlfühl- und Genussfaktor ist für mich beim Negativmalen deswegen groß. Weil ich in so vielen Schichten (und so viele Herbstbilder) gemalt habe, ist der Farbverbrauch allerdings auch sehr groß gewesen. Aber gut, ich habe auch echt viel gemalt…

In der letzten Malsitzung zum Monatsthema habe ich die Einsicht gehabt, dass es zwar schön und meditativ ist, vielschichtige Bilder mit der Negativtechnik auszuarbeiten. Letztlich ist das aber wirklich nur der erste Schritt. Im zweiten Schritt kann es das Bild ein ganzes Stück voran bringen, wenn du mit den üblichen Methoden Details in den Blättern und Schatten ausarbeitest. Somit entsteht mehr Dreidimensionalität in den Flächen (und das lass dir mal auf der Zunge zergehen – Dreidimensionalität in der Fläche – das ist ganz schön schwer). Den Unterschied zwischen einem Bild, das nach dem Negativmalen fertig war und einem, das weiter bearbeitet wurde, kannst Du deutlich erkennen, oder?

Das war auf jeden Fall sehr bereichernd gewesen! Im November lautet unser Monatsthema „Licht und Schatten“.

Negativmalen und Herbstleuchten
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