Musings on figurative work | Überlegungen zum Malen von Personen

When I took up painting in 2005, I was into landscape in a big way. I had studied American landscape painting as part of my BA and I had immersed myself in self-directed study of the Flemish masters. Landscape painting for me was and to an extent still is the queen of all painting. Alas, back then I had no drawing skills and no understanding of perspective – and no-one to make me aware of what I was lacking – and so I became frustrated. Years went by, and it was rather by chance than design that I enrolled in a life drawing class (nudes). This set me on the right path towards seeing the world and understanding perspective, though in the end it really was urban sketching which made all the difference to me. Naturally, what with being out and about in urban areas, landscape as a subject was pushed to the background more and more. It’s funny to see how that happened so unintentionally. After all, most of my art books are on landscape painting! In oil too! But lately, as I am pondering what I have to say using the language of art and how I want to say it, I find myself wanting to paint figures. Take my project for 2017, for example, St. Nicolai, my church: I started out with the building, drawing and sketching it inside and out, capturing architectural detail and light effects and so on. Slowly though, little by little, I realised that it is the people who make the church what it is, not the building. Duh! The building is just the frame for the community of Christ within it and a symbolic anchor for everyone outside a particular congregation. What’s the result of this insight? As long as I tell myself ‚you need to paint St. Nic, you’ve committed to that‘  meaning ‚paint the building‘, I simply cannot do it. I will not take up the brush. But as soon as I told myself, two days ago, ‚you need to paint the people who make up the church‘, the pencil was there in my hand and the paint squeezed on my little palette. And so here is a new painting for the St. Nic series: Reading time, as observed during our Reformation project in our new children’s corner.

Lesezeit. 24 x 32 cm. 250 g/m²-Aquarellpapier von Boesner.

Als ich 2005 mit dem Malen anfing, ging es mir in erster Linie um Landschaften. Im Studium hatte ich einen Kurs über amerikanische Landschaftsmalerei und -fotografie belegt und nebenher hatte ich selbständig die flämischen Meister studiert, v.a. Brueghel. So was wollte ich auch können, und bis heute ist die Landschaftsmalerei für mich auch eine der Königsdiziplinen geblieben. Leider konnte ich damals nicht zeichnen oder perspektivisch gucken, was mir aber nicht klar war. Die Frustration was also groß und ich schob das Malen für eine Weile zur Seite. Ein paar Jahre später habe ich mich dann eher zufällig für einen Aktzeichnenkurs angemeldet. Damit fing meine Entwicklung hin zum Zeichnen an, und das Urban Sketching einige Jahre später hat mir dann regelrecht die Augen geöffnet für die Welt. Ich konnte auf einmal (bzw. mit viel Übung) sehen und zeichnen! Weil ich mich seitdem mehr und mehr mit städtischen Motiven beschäftigt habe, ist die Landschaft als Sujet immer mehr in den Hintergrund gerutscht. Es ist merkwürdig zu sehen, wie das so ganz von allein passiert ist. Dabei handeln alle meine Kunstbücher von der Landschaftsmalerei, und noch dazu in Öl! Naja, und seit kurzem hat sich da wieder was verschoben, weil ich auf einmal eine Faszination für das Figürliche entwickelt habe. In meinem Jahresprojekt für 2017 zum Beispiel, in dem ich mich mit meiner Gemeinde St. Nicolai in Lüneburg beschäftige, sieht man das ganz gut. Es fing an mit dem Gebäude, der gesamten Kirche von außen und architektonischen Details von innen, Skulpturen, Lichteinfall usw. Im Rahmen des Reformationsprojektes, an dem ich mitgewirkt habe, wurde mir dann aber klar, dass das Gebäude und die Gemeinde nicht automatisch dasselbe sind. Die Menschen machen die Gemeinde aus. Ist ja eigentlich auch klar 😉 Naja, und wo ich das nun einmal verstanden habe, kann ich auch keine Architekturbilder mehr malen und mir dabei sagen ‚das ist St. Nic‘; das geht einfach nicht, denn das stimmt nicht, jedenfalls nicht ausschließlich. So stagnierte ich in den letzten Wochen vor mich hin. Dieses Bild ist so ein bisschen der Durchbruch für mich, was mein Jahresprojekt angeht. Das, was ich mit der Sprache der Malerei in dem Projekt sagen möchte oder zu sagen habe, kann ich einfach besser über Personen kommunizieren. Figuren und Figurengruppen bringen Leben ins Bild – und natürlich auch in die Kirche! Zu sehen sind meine Freundin Susanne, die mit ihren Kindern in der Kinderecke in St. Nic ein Bilderbuch anguckt.

Musings on figurative work | Überlegungen zum Malen von Personen
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3 Gedanken zu „Musings on figurative work | Überlegungen zum Malen von Personen

  • 25. August 2017 um 8:52
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    Ein sehr schöner Text! Hab ich ähnlich erlebt – mit dem Nicht-Zeichnen-Können, der Frustration und dem Urban Sketching – oder sagen wir mal einfacher, dem fortlaufenden Zeichnen. (Täglich wäre schön, ist bei aller Disziplin beruflich nicht immer drin.)

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    • 27. August 2017 um 17:41
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      Hach, da bin ich also nicht allein mit meiner Erfahrung! Ich wusste allerdings jahrelang nicht, dass Zeichnen irgendwie wichtig ist fürs Malen. Ganz ehrlich. Für mich war es deswegen wirklich wie ein Aha-Erlebnis, als ich das rausgefunden habe. Das an sich finde ich jetzt in der Rückschau bemerkenswert.

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