At the monastery, again | Wieder mal im Kloster Lüne

The weekend was so sunny and wonderfully warm that, despite being into the human figure right now, I simply had to go out and paint from direct observation. I kid you not, this is actually really the mindset I went out with. ‚You have to do this, Antje, you will profit from it, you will learn something‘, is what I said to myself. There aren’t many places that I would go when I feel this duty-bound to paint. What I need to avoid in those situations is places without distinct light-shade-patterns and without people. It’s strange, but what I’ve learned is that things just won’t happen if I go just anywhere when I’m in this mental place. I would sit there and feel a bit sorry for myself, realise that I put myself under pressure to paint and be productive and start wondering about all kinds of things…which never helps the process! The nearby monastery, thankfully, offers all kinds of light-shade-patterns, so there is always a lot to paint there, and because it features a lovely café there are always people milling about on sunny days. My plan worked out on the weekend too, thank God: I got to the place, was one among many who visited this tourist attraction, admired the architecture again as so many times before – and immediately my spirits were lifted. Inspiration found me as I found my subjects to paint. I came home three hours later with two sketches, one of the herb garden (such a neat little place!) and one of the café’s seating area. I call them sketches because they are pretty true depictions of what was going on there. I would call them paintings if I had placed objects where they suited me better, but with the exception of the chicken in the larger sketch I didn’t this time. I learned about this difference when I got back home and read a bit in Carlson’s Guide to Landscape Painting. So that worked out too; I did learn something in the end!

Herb garden/ Kräutergarten. 18 x 24 cm.

„The sketch is a true statement of things as you found them; the picture is an arrangement of these things as you wish them to be.“ John F. Carlson, Carlson’s Guide to Landscape Painting, 13.

Café at Kloster Lüne. 24 x 32 cm.

Am Wochenende was es so wunderbar sonnig und warm, dass ich mich von den figürlichen Arbeiten, die mich gerade so begeistern, losriss und mir sagte, dass ich einfach draußen und direkt vor dem Motiv malen muss. Pflichtbewusst in diesem Sinne und relativ uninspiriert bin ich also losgezogen. In so einer Stimmung muss ich aufpassen, wo ich zum Malen hingehe, denn die ganze Unternehmung kann meiner Erfahrung nach schnell kippen, wenn ich nichts Inspirierendes finde, dann unter meiner Erwartungshaltung leide, mich dafür schelte, denn Malen soll ja auch was Befreiendes haben, und mir dann irgendwie auch leid tue wegen all dieser komplizierten Gedanken. In so einer Stimmung kommt dann einfach nichts zustande, was ich mir hinterher noch angucken will, ehrlich. Einer der wenigen Orte, auf die ich mich in Momenten der Nichtinspiration eigentlich immer verlassen kann, ist Kloster Lüne, also bin ich da hin gelaufen. Da gibt es so viele Licht-Schatten-Arrangements, da finde ich immer was, und an sonnigen Tagen sitzen draußen im Café noch dazu so viele Leute, dass die Stimmung auf der gesamten Klosteranlage immer sehr nett ist. Und so war es auch am Wochenende. Ich kam hin, fand sofort inspirierende Motive und dann lief es wie von allein. Ich habe im Kräutergarten gemalt und auf der Obstwiese mit Blick auf Cafégäste und den Torbogen. Für mich sind das eher Skizzen als Bilder, denn ich habe mehr oder weniger wahrheitsgentreu festgehalten, was ich gesehen habe. Das mache ich in „richtigen“ Bildern nicht so, da lasse ich was weg oder schiebe Bildelemente hin und her. Die Unterscheidung habe ich zufällig auch am Wochenende in Carlson’s Guide to Landscape Painting gelernt. Ich starte vollgepackt mit diesen guten Erfahrungen also ganz erfrischt in eine neue Woche. Das wünsche ich euch allen auch!

At the monastery, again | Wieder mal im Kloster Lüne
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4 Gedanken zu „At the monastery, again | Wieder mal im Kloster Lüne

  • 28. August 2017 um 9:22
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    Sehr schöne Reflexion über das eigene Arbeiten, danke.

    „Richtige“ Bilder male ich nur noch sehr selten, dabei empfinde ich den Prozess der Kondensation als sehr beglückend – doch der Suchtfaktor des Vor-Ort-Arbeitens überwiegt.

    Hier habe ich mal einen solchen Prozess dokumentiert: https://bewohntesgelaendeblog.wordpress.com/2016/04/11/powells-hakenlilie-von-der-skizze-zum-bild/

    Machst Du auch eine Unterscheidung zwischen „Skizze“ und „visuellem Tagebuch“? Letzteres kann bei mir manchmal durchaus den Status eines „richtigen Bildes“ erlangen, nur auf andere Weise.

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    • 28. August 2017 um 17:12
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      Liebe Annette, sehr gerne! Danke für Deinen anregenden Kommentar und den Verweis auf Deine (ziemlich ähnlichen!) Gedanken dazu. Du hast recht, sowohl das Kondensieren als auch das Vor-Ort-Arbeiten an sich haben ihre Vorteile. Die realistische Skizze findet sich zumeist in meinem Skizzenbuch, das für mich wirklich eine Art visuelles Tagebuch ist. Und die ist manchmal so doll ausgearbeitet und hat so lange gedauert, dass sie sich wirklich nur in dem Punkt von einem „richtigen Bild“ unterscheidet, den ich angesprochen habe. Soll heißen: Skizzen sind mir sehr lieb und teuer, sie sind genauso „richtig“ wie Bilder, nur anders. Die „richtigen Bilder“ sind hingegen von Anfang meistens als Kandidaten zum Weggeben oder Verkaufen angelegt, denn sie sind auf einzelnen Blättern. Ungefähr die Hälfte von ihnen entsteht allerdings nicht draußen, wenn ich es mir mal genau überlege, sondern im Atelier. Hm…ist bei Dir alles im Skizzenbuch oder einiges auch auf einzelnen Blättern?

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      • 28. August 2017 um 21:02
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        Fast alles ist in Büchern, wobei ich mittlerweile einen Unterschied mache zwischen „fest gebunden“ – „da wird nie etwas rausgenommen“ und „Ringbuch“- „besteht potentiell aus Einzelblättern, können u.U. auch weggeben werden“ Neuerdings sind noch Postkarten dazu gekommen – „da kann ich lockerer sein als sonst, denn die kann man auch wegwerfen, wenn es nichts geworden ist“

        Ein „echtes“ Skizzenbuch wäre für mich eins, das nur für mich ist und wirklich nur für Vorstudien, Übungen etc. , da wäre es egal, ob eine Seite gelungen ist oder nicht. Das meiste, was in den verschiedenen „Skizzenbuch“-Foren gezeigt wird, und wozu auch ich neige, bezeichne ich eher als „visuelles Tagebuch“: die Seiten sind komponiert, es gibt Schrift, manchmal richtige Kalligrafie usw. Sowas macht man nicht vor Ort, auch manche Größen des Genres ergänzen das zu Hause. (Eine Ausnahme ist Katrin Merle, die malt ihre wunderbar präzisen Bilder völlig ohne Netz und doppelten Boden.) Bei mir dauert das dann u.U. Wochen, bis ich mit den Nacharbeiten fertig bin. Es gibt ein schönes Gesamtkunstwerk, das aber an manchen Stellen Authentizität nur noch vortäuscht.

        Ich denke darüber schon lange nach, das öffentliche Tagebuch als Paradox; in der Literatur hat Max Frisch diese Art von Kunstwerk zu höchster Perfektion entwickelt und natürlich – Spiegel im Spiegel im Spiegel – auch darüber reflektiert.

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        • 29. August 2017 um 8:21
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          Hm, schon interessant, dass jede da so ihre Kategorien hat. Das war mir vorher in Bezug auf mich selbst gar nicht so bewusst, und Du hast ja auch welche. Was das Zeigen in Foren angeht, bin ich ganz bei Dir: da werden die gelungenen Seiten gezeigt. In meinem Skizzenbuch sind aber auch nicht gelungene Seiten drin. Die sind echt nicht schön, sind mir aber sehr wichtig. Ich glaube, aus denen lerne ich manchmal ’ne ganze Menge i.S.v. „guck, so was passiert, wenn du dich nicht konzentrierst oder unwohl fühlst oder den falschen Aquarellkasten mitgenommen hast“. So Sachen. Ich bemühe mich teilweise, imperfekte Dinge in Foren zu teilen, aber es gibt eben auch Sachen, die sieht keiner. Und jetzt, wo Du’s sagst bzw. ich darüber nachdenke – ich habe auch ein Arbeitsbuch, in das ich Kompositionsskizzen und Tonwertstudien zeichne, ohne Farbe. Davon zeige ich nie was öffentlich.

          Dass man LERNEN kann, wie man ein visuelles Tagebuch/Skizzenbuch führt, finde ich auch witzig. Brenda Swenson (die ich vorher gar nicht kannte – danke!) gibt da ja Kurse und ich habe mir vor Jahren mal zwei Bücher dazu gekauft, weil ich in diesem Paradox eine Forschungsfrage vermutete…ich habe sie aber nicht klar formulieren können. Für mich ist das Skizzenbuch, das hier auf dem Blog gezeigt wird, eine Möglichkeit, an der großen Unterhaltung übers Zeichnen und Malen teilzuhaben, zu zeigen, dass ich aktiv und produktiv mit dem Lernen beschäftigt bin, und mit interessanten Gleichgesinnten wie Dir in Kontakt zu treten. In diesem Sinne sende ich Dir ganz liebe Grüße aus LG und bedanke mich für die vielen Anregungen!

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