Die letzten paar Äpfel

So, hier ist nun der letzte Wurf, was meine Darstellung von Äpfeln angeht. Diese Äpfel würde ich als stilisiert bezeichnen, soll heißen: da habe ich mich weniger um Realismus als um Ausdruck bemüht. Denn in der Vorlage waren die Äpfel weder so rot noch die Blätter so grün. Und wie gesagt (in den vorherigen Beiträgen hier, hier, hier und hier), es gab eine ganze Menge an zusätzlichen Blättern und anderen Details im Hintergrund, die ich diesmal komplett weggelassen habe. Oh, sagte ich komplett? Stimmt gar nicht! Bei dem Bild mit den vielen Blättern habe ich unten links in der Ecke tatsächlich auf einmal noch ein bisschen dunklen Hintergrund reingesetzt. Da hatte ich kurz doch wieder den Realismusaffen im Genick sitzen (in Analogie zum Jazzklassiker Straighten up and fly right von Nat King Cole). Es ist gar nicht so einfach, sich von seinen Gewohnheiten zu trennen! Das habe ich mit diesen Äpfeln gelernt.

Lustige Äpfel. Aquarellskizze in Aquarellskizzenbuch von Boesner, 25×25 cm, 2019.
Äpfel mit Blättern. Aquarellskizze in Aquarellskizzenbuch von Boesner, 25×25 cm, 2019.

Im Prinzip sind Früchte, die am Baum hängen, ja Stillleben. Ich bin vom Urban Sketching in die Aquarellmalerei gekommen, habe also auch da mit Dingen, die sich nicht bewegen – Gebäuden und Bäumen – angefangen. Mit der Zeit sind dann Autos dazu gekommen, was schon eine ganz andere Hausnummer war, und dann sich bewegende Motive wie Menschen und Radfahrer. Es wurde immer trickiger und spannender mit dem Zeichnen und Malen! Aber Stillleben habe ich schon immer gern gemalt. Der Unterschied zwischen Äpfeln am Baum und zu Hause komponierten Stillleben ist, dass ich zu Hause ja wirklich nur das in mein Stillleben lege, was ich darstellen will. Und ich kann alles so lange hin und her schieben, bis es passt. (Ich biete im Januar übrigens einen Stillleben-Workshop an. Aber dazu später mehr.) Im Gegensatz dazu ist draußen in der Natur immer eine große Fülle von Bildobjekten vorhanden und in der Regel immer viel mehr, als ich für eine gelungene Komposition brauche.

Einerseits sind Obstbilder aus der Natur also leicht, weil sich das Obst höchstens leicht im Wind bewegt und ansonsten stationär ist, andererseits muss eben auch hier reduziert werden. Weglassen, weglassen, weglassen! Mir wird immer wieder klar, dass ich mich mehr als einmal fragen muss: Was sind die die essentiellen Elemente, die ich brauche, damit ich mein Motiv umsetzen kann? Und damit meine ich, damit mein Motiv aus 3 Meter Entfernung als das erkannt wird, was ich im Sinn habe.

Beide Bilder aus diesem Beitrag habe einen Download-Link; einfach draufklicken, dann erscheinen sie in Großauflösung. Das Bild aus dem letzten Beitrag stelle ich hier auch noch einmal zum Download zur Verfügung.

Die letzten paar Äpfel
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